Die Geschichte des Gadertals

Vom einsamen, abgeschiedenen Tal zu einer der berühmtesten Urlaubsdestinationen der Region.

Die Dolomitenladiner besiedeln vier Täler rund um den Sellastock. Und das Gadertal, auch Val Badia genannt, ist eines davon. Hier wird auch heute noch die ladinische Sprache gesprochen.

Archäologische Funde bei “Sotciastèl” in Pedraces bestätigen die Besiedlung des Gadertales bereits in der Bronzezeit zwischen dem 16. und dem 13. Jahrhundert v. Ch.. Es sollen vorindoeuropäische Hirtenvölker bzw. Kelten gewesen sein. Diese wurden später von den Römern mit dem Sammelbegriff “Räter” bezeichnet.

Erst unter der römischer Herrschaft bekam das Gebiet rund um den Sellastock eine politische und verwaltungsgemäße Ordnung. In diesen Jahren entstand auch aus der Vermischung der rätischen und lateinischen Volkssprache, die ladinische Sprache.

Das Jahr 1027 war ein wichtiges Jahr für das noch sehr einsame und abgeschiedene Tal. Das Bischofsfürstentum Brixen wurde gegründet und der Bischof bekam die linke Talseite des Flusses Gader. Die rechte Seite wurde hingegen der Pustertaler Grafschaft zugewiesen. In dieser Zeit wurde außerdem auch der italienische Name “Badia” geprägt, der von dem Ansitz Sonnenburg (Ciastelbadia) bei St. Lorenzen stammt.

Zwischen 1803 dem Beginn des Ersten Weltkrieges wurde das Tal zuerst an Österreich und dann an Bayern abgetreten. Der Krieg hatte verheerende Auswirkungen auf das Tal und deren Bevölkerung, da die Dolomiten Schauplatz der Blutkämpfen und Schlachten waren. Schließlich, im Jahre 1919 wurde das Gadertal an das Trentino, also an Italien annektiert.

Franz Kostner, berühmter Bergführer des Gadertales, war sich bewusst, dass das Skifahren ein sehr beliebter und betriebener Sport werden konnte und setzte sich für die Verkehrschließung des Gadertals ein. In diesen Jahren war Alta Badia nur zu Fuß oder mit einer Kutsche erreichbar. 1930 baute Kostner eine Art Schlittenlift und vier Jahre später gründete er die erste Skischule.

Bis heute hat sich Alta Badia stetig entwickelt und zählt heute zu den bekanntesten und beliebtesten Skigebieten Südtirols.

Und außerdem: dank der hohen Gebirgszüge, die das Gebiet lange Zeit vom großen Verkehr abgeschlossen haben, konnte die ladinische Sprache bis ins 20. Jahrhundert überleben. Trotz der großen Entwicklung und Bereicherung durch den Fremdenverkehr, blieben die Ladiner sich steht treu und versuchen mit Stolz die Kultur, Sprache und Geschichte aufrechtzuerhalten.

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