In der Höhle am 3.064 m hohen Piz Cunturines wurden die Überreste des Höhlenbären Ursus ladinicus gefunden
Bildergalerie: Conturineshöhle
Vor über 50.000 Jahren bewohnte ein Höhlenbär die Berge Alta Badias: Kleiner als die damaligen Höhlenbären und rund 1,5 Tonnen schwer, lebte er auf den (damals noch existierenden) Wiesen rund um die Cunturines Spitze und ernährte sich von Pflanzen und Beeren. Ihm ist heute ein eigenes Museum gewidmet: das Museum Ladin - Ursus ladinicus in St. Kassian.
Seine Knochen wurden 1987 vom Bergführer Willy Costamoling in der Conturineshöhle auf 2.800 m Meereshöhe, auf dem Weg zum Gipfel der Cunturines Spitze, entdeckt. Zuerst wurde vermutet, dass es sich um den Ursus spelaeus, also den Höhlenbären der letzten Kaltzeit, handelte, bei genaueren Untersuchungen fand man heraus, dass er eine eigene Spezies bildete: den Ursus ladinicus.
Die Conturineshöhle ist die höchstgelegene Höhle der Welt, in der Knochen und Überreste von Bären und Höhlenlöwen gefunden worden sind. Nun wurde auch bekannt, dass es sich um die älteste bekannte Höhle der Alpen handelt. Ein internationales Forschungsteam fand in einer 15-jährigen Forschungsarbeit heraus, dass die ältesten Tropfsteine knapp sechs Millionen Jahre alt sind. Die Studie wurde im März 2026 in Bozen vorgestellt.
Heute führt eine mittelschwere Bergtour zur Conturineshöhle. Sie startet bei der Capanna Alpina in St. Kassian (1.725 m ü.d.M.) und überwindet in rund 5 Stunden über 1.000 m Höhenmeter. Das Innere der Höhle, in dem heute noch Tropfsteine aber keine Knochen mehr zu sehen sind, ist abgesperrt und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Geführte Wanderungen werden regelmäßig angeboten.
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